Der Befreiungsweg

Völlige Hingabe an den Guru

Völlige Hingabe an den Guru

Völlige Hingabe an den Guru

Foto: „Guruji“ Sri Kanti Parshuram bei der Mantrameditation

Gedanken über das Guru-Prinzip von Rashme Sehgal 

Die Bhagavadgita sagt über den Guru:

„Wenn Shiva über dich erzürnt ist, wird der Guru dich beschützen; wenn aber der Guru über dich verärgert ist, wird nicht einmal Shiva dich vor seinem Zorn bewahren können!“

Wie sonderbar! Ich dachte immer, Shiva ist der Schöpfer, Erhalter und Zerstörer des Universums und dass er das Lebensprinzip schlechthin ist, aus dem alles hervorgeht. Wie kann daher ein lebender Guru mächtiger sein als der Herr des Universums?

Als ich begann, über das Guru-Prinzip zu lesen, erkannte ich, dass ein Spiritueller Meister nicht nur ein Führer oder Lehrer ist, sondern dass er auch derjenige ist, der das Leben seines Schülers hin zur Selbstverwirklichung transformiert. Einem Guru ist dies möglich, weil sein eigenes Bewusstsein mit dem Göttlichen Allbewusstsein verbunden ist. Er verweilt deshalb ständig im Ursprung der Wirklichkeit. Er hat kein Ego, keine Anmaßung und keine Einschränkung, die höchste Wahrheit auszudrücken.

Man kann sich das vorstellen als eine Art Reise mit dem Guru zu mystischem Aufstieg, eine Reise von dem gewöhnlichen Stadium des erwachenden Bewusstseins hin zu dem überwältigenden Erkennen des göttlichen Selbst. Er hat diese außergewöhnliche Reise bereits hinter sich gebracht und somit für immer die Illusionen und Begrenzungen des gewöhnlichen und beschränkten Egos aufgegeben.

Guruji, der Spirituelle Meister

Guruji, der Spirituelle Meister

Solch ein Spiritueller Meister scheint ein widersprüchliches Wesen zu sein. Er verkörpert die Verbindung des Absoluten und Relativen, er regiert über Raum und Zeit, ist frei und besitzlos und dennoch Beherrscher des Universums. Ständig vom Licht göttlichen Bewusstseins umgeben zu sein ist die wahre Natur des Siddhas, der Selbsterkenntnis erreicht hat. Deshalb sieht der Spirituelle Meister, der ständig in diesem Bewusstsein weilt, die Welt nicht mehr verschieden zu sich an. Dieser Zustand wurde oft „Sahajasamadhi“ oder „spontan entstandener Samadhi“ genannt. Gebadet im göttlichen Glanze offenbaren ihm alle Formen des Lebens ihre innere Wahrheit, Vollkommenheit und Formlosigkeit.

Der Spirituelle Meister zeigt den heiligen Weg auf, der zu Gott führt. Diese Wahrheit wird nicht vom menschlichen Gemüt geformt. Vielmehr wird sie dem Gemüt offenbart. Zudem ist diese Wahrheit nicht an Einschränkungen von Zeit, Raum und Ursächlichkeit gebunden, sondern existiert in ihrem eigenen autonomen und unabhängigen Bereich.

Jemand, der dieses Gottesbewusstsein im Leben eines Schülers erwecken kann, ist wahrlich wert, verehrt zu werden. Von allen menschlichen Beziehungen in der Welt wird jene zwischen Guru und Schüler als die erhabenste betrachtet.

Der Guru ist seinen Schülern ebenso ergeben wie die Schüler ihm ergeben sind. Es gibt unzählige Geschichten, wie Swami Nityananda immer zu Gunsten seiner Schüler eintrat.

Einmal sah ein Student, dass Swami Nityanandas Füße geschwollen waren und fragte ihn nach dem Grund. Dieser antwortete: „Die Menschen kommen zu mir wegen Seva, aber sie legen auch ihre Wünsche und Schwierigkeiten mir zu Füßen nieder, und – auch wenn der Ozean göttlicher Gnade viel davon wegschwemmt – muss doch ein wenig vom Körper übernommen werden“.

Solch einem Guru kann man sich nur mit Liebe und Hingabe nähern. Und wenn wir uns vor ihm verneigen und um seinen Segen bitten, verneigen sich die Mächte des Universums ebenso vor diesem Guru. Diese außergewöhnliche Persönlichkeit darf niemals geringschätzig behandelt werden! Denn sie steht im Mittelpunkt des Universums und jede Geringschätzung wird den rasenden Zorn jener Elemente hervorrufen, zu denen wir beten.

(Von Rashme Sehgal, Uns unbekannte Quelle)


Aussagen von Sai Baba über den Guru

Menschen sind eine Mischung von Göttlichkeit, Dämon und Mensch (daiva, danava und manava).

Die Schlechtigkeit eines Unmenschen kann durch die Eigenschaften von Erbarmen und Nächstenliebe (daya), Mitgefühl und Einfühlungsvermögen überwunden werden.

Stolz kann durch Selbstbeherrschung (dama), Loslösung und Verzicht überwunden werden. Egoismus kann überwunden werden, indem man die Verhaltensregeln (dharma) befolgt, die von unvoreingenommenen Weisen festgelegt wurden, und indem ihr eure Triebe und Impulse in fruchtbare Handlungen kanalisiert. Wenn diese drei Grundeigenschaften (gunas) auf diese Weise sublimiert werden, wird der Mensch, manava, in Gott, madhava, transformiert.

Nutzt es aufs Beste, dass ihr euren Guru habt! Erlangt von Ihm die Fähigkeit, inneren Frieden und Glückseligkeit (shanti und santosha) und die Gnade Gottes zu gewinnen, sowie Lektionen über spirituelle Übungen (sadhana) und die Früchte guter und heiliger Gesellschaft (sathsang) zu bekommen.

Vergeudet eure Energie und Zeit nicht damit, die Befriedigung eurer Sinne in gottloser Gesellschaft zu suchen.

(Thought vom 21.07.13 von Sathya Sai Baba)

 

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