Der Befreiungsweg

Parshurama, die sechste Vishnu-Inkarnation

Parshurama, die sechste Vishnu-Inkarnation

Parshurama, die sechste Vishnu-Inkarnation

Foto: Parshuram – Rama mit der Axt | Foto: Raja Ravi Varma /  Wikimedia.org

Parshuram, auch Rama mit der Axt (Parshu-Rama) genannt, ist die sechste und wichtigste Vishnu-Inkarnation. Aufgrund einer besonderen Gnade, die Maa Parvati ihm gewährt hat, ist er weniger bekannt als die meisten anderen Vishnu-Inkarnationen. So kann er unerkannt als Guru unter den Menschen leben und seine Schüler danach auswählen, ob sie ihn in ihrem Herzen als Sadguru erkennen. Dann gibt er Ihnen ein Gurumantra und führt sie in die Befreiung. 

Lord Vishnu: Beschützer des Guten und Hüter des Dharma

„Unter den 33 Kategorien von Göttern und Göttinnen nehmen Brahma, Vishnu und Shiva die höchste Position ein, wobei Lord Vishnu in dieser Trinität als die Oberhoheit angesehen wird. Er ist der Beschützer des Guten und Hüter des Dharma.

Lord Vishnu liegt auf der Weltenschlange, seine Shakti, die Göttin Lakshmi, sitzt Ihm zu Füßen. Lord Brahma entspringt seinem Bauchnabel. Foto: mbk/Adobe.com

Das Vishnu-Purana legt dar, dass es vor der Schöpfung des riesigen Universums bereits eine höchste göttliche Macht gab, das Brahman. Damals gab es weder Erde noch Himmel, Sonne, Leben oder Tod. Diese riesige Leere war ausgefüllt mit Brahman, dem höchsten göttlichen Bewusstsein, das sich gemäß dem eigenen Willen als Lord Vishnu manifestierte, der sich die Schöpfung eines Universums zur Aufgabe machte. Als erstes erschuf Er die fünf Elemente, Himmel, Luft, Erde, Wasser und Feuer. Danach entstand Brahma aus Seinem Nabel-Lotus und anschließend Shiva. Brahma wurde mit der Schöpfung des Universums betraut, Shiva mit dessen Zerstörung. Brahma flößte jedem Geschöpf etwas von dem unsichtbaren feinsten Bewusstsein von Lord Vishnu ein, was wir „Seele“ nennen. Diese individuelle Seele oder das Mikro-Bewusstsein ist ein Teil der Universalseele, des Makro-Bewusstseins, das schon vor der Schöpfung des Universums existierte.

Es wird berichtet, dass Brahma, als er seine Augen öffnete, Lord Vishnu in Seiner universalen Form erblickte. Er sah das ganze Universum in Ihm – die Universalseele, Mann und Frau, die Zeit, die Veden, die 5 Elemente, die 8 Himmelsrichtungen, die 9 Emotionen, die 12 Tierkreiszeichen, die Ziffern, die 72 Berufe und die 108 göttlichen Mächte. Die Augen von Lord Vishnu erstrahlten in göttlichem Glanz. In Seinem Bauch befanden sich die Ozeane, die Berge waren Seine Knochen. Die Flüsse flossen durch Seine Nerven und die Bäume waren Sein Haar. Die obere Hälfte Seines Körpers war der Himmel, die untere Hälfte die Unterwelt. Er atmete das Leben durch Sein rechtes Nasenloch aus und den Tod durch das linke ein.

Als Er Brahma verwirrt sah, sagte Lord Vishnu: „Brahma, sei nicht verblüfft über meine universale Form. Das Universum, das du jetzt erschaffen wirst, ist in mir enthalten. Alles was du für die Schöpfung brauchst, ist vollständig in mir enthalten. Also, höre auf zu staunen und beginne mit der Schöpfung!“ (Quelle: „Ten Prominent Incarnations of Lord Vishnu“- Dreamland Publications, New Delhi:)

Wann immer die Devotees von Lord Vishnu Opfer von Tyrannei und Folter wurden, erschien Vishnu auf der Erde in verschiedenen Inkarnationen, um Sünde, Unwissenheit und dämonische Kräfte zu zerstören. Gemäß den Schriften gab es bisher 23 bedeutende Inkarnationen von Lord Vishnu, Seine 24. wird am Ende des Kaliyugas als Kalki Avatar sein. Unter diesen 24 Inkarnationen sind 10 von ihnen besonders bedeutend. Worte können Seine unglaublichen Kräfte nicht beschreiben. Die 6. Vishnu-Inkarnation ist Parshuram, Guruji in Seinem Hauptkörper. Parshuram lebt ewig. Er inkarnierte, um die Kaste der Krieger, Fürsten und Könige zu zerstören, die sehr arrogant und dämonisch geworden waren. [Anmerkung der Redaktion]

 

Parshuram, die sechste Vishnu-Inkarnation

Parshuram – Rama mit der Axt Foto: Raja Ravi Varma / Wikimedia.org

„Seine Mutter Renuka war die Frau des Weisen Jamadagni. Schon als Kind zog sich Parshuram öfters auf den Kailash für Bußübungen zurück, um Lord Shiva zu verehren und günstig zu stimmen. Erfreut über seine Hingabe erschien Lord Shiva ihm eines Tages, um ihm eine Gunst nach seiner Wahl zu gewähren.

Parshuram wünschte sich eine göttliche unbezwingbare Waffe. Lord Shiva schenkte ihm eine außergewöhnliche Axt, die den göttlichen Glanz von Lord Vishnus Sudarshana Chakra besaß (= Name der gefährlichsten Waffe von Vishnu, die Waffe des heiligen Blickes Gottes) und den mächtigen Blitzstrahl von Indra. Durch den Besitz dieser Waffe wurde Parshuram als Parshu-Rama, Rama mit der Axt, bekannt.

Bald nachdem Parshuram von Shiva gesegnet worden war, kam eines Tages Sahasraarjuna, der König des Haihaya-Stammes, mit seinem Heer zu der Hütte des Weisen Jamadagni, der ihn herzlich empfing. Parshuram war zu dieser Zeit gerade im Wald, um ein Yagya durchzuführen. Viele Speisen wurden dem König und seinen Soldaten von Renuka und Jamadagni aufgetischt. Diese Gastfreundschaft war möglich aufgrund der göttlichen Himmelskuh Kaamadhenu, die Jamadagni von Indra erhalten hatte und die jeglichen Wunsch erfüllen und alles bereitstellen konnte. Der König war fasziniert von Kaamadhenu und sagte zu dem Weisen: „Edler Mann, diese Wunsch erfüllende Kuh gebührt einem König, wie ich es bin. Du bist ein Mann der Entsagung, Du solltest sie nicht besitzen! Deshalb gib mir diese wundervolle Kuh!“

Der Weise Jamadagni erwiderte:“ Oh, König, niemals! Kaamadhenu ist die Mutter aller Bewohner dieser Einsiedelei. Alle Heiligen und Weisen, die hier leben, werden von ihr ernährt und erhalten alles von ihr, was sie zum Leben brauchen. Wir werden uns deshalb unter gar keinen Umständen von dieser Mutterkuh trennen!“

Als der König diesen abschlägigen Bescheid vernahm, wurde er sehr wütend und befahl seinen Soldaten, die Kuh mit Gewalt an sich zu reißen. Sie fingen Kaamadhenu ein und zogen mit ihr los. Der Weise versuchte alles Mögliche, den König von diesem Vorhaben abzubringen, doch vergebens, er kam nicht gegen ihn und seine starken Soldaten an.

Parshuram und Jamadagni mit der Himmelskuh Foto: Ramanarayanadatta astri / Wikimedia.org

Als Parshuram aus dem Wald zurückkam, erfuhr er, was in seiner Abwesenheit passiert war. Er kochte vor Wut über dieses Unrecht. Bewaffnet mit seiner göttlichen Axt eilte er schnurstracks nach Mahishmate, der Hauptstadt, in der König Sahasraarjuna lebte. Als dieser hörte, dass Parshuram im Anmarsch war, sandte er eine riesige Armee mit Elefanten und Reitern aus, um ihm den Weg zu versperren. Der kühne Parshuram jedoch tötete tausende Soldaten mit seiner scharfen Axt, nicht ein einziger überlebte. Nun kam König Sahasraarjuna selbst auf das Schlachtfeld um zu kämpfen. Innerhalb eines Augenblickes zerschmetterte Parshuram jedoch den Streitwagen und alle seine Waffen in tausend Stücke. Daraufhin entwurzelte Sahasraarjuna einen Hügel und schleuderte ihn gegen Parshuram, der ihn mit einem Schlag zerschmetterte. Jetzt konnte der König dem Angriff von Parshuram nicht mehr entkommen, der ihn mit seiner Axt köpfte. Parshuram kehrte siegreich mit Kaamadhenu in die elterliche Hütte zurück. Sein Vater war sehr erfreut über sein Heimkommen. Als er aber die Blut überströmte Axt seines Sohnes sah, war er sehr bestürzt und warnte ihn, sich nicht von Wut und Stolz hinreißen zu lassen. Parshuram akzeptierte den Verweis seines Vaters und ging daraufhin in den Wald, um sich einer Reinigung zu unterziehen.

Inzwischen hatten die Söhne von Sahasraarjuna ihren toten Vater entdeckt. Sie wussten, dass nur Parshuram ihn getötet haben konnte und schworen Rache. So reisten sie zu der Hütte und ermordeten Jamadagni, enthaupteten ihn und nahmen seinen Kopf als Trophäe mit.

Als Parshuram am Abend zurückkehrte war er außer sich vor Wut über die furchtbare Zerstörung und das Blutbad. Seine Mutter Renuka schlug sich laut wehklagend auf die Brust, um ihre tiefe Trauer auszudrücken und erzählte ihm schluchzend, was vorgefallen war. Parshuram donnerte los: „Ehrwürdige Mutter, ich werde das Geschlecht der Kshatriyas (Kriegerkaste) ausrotten!“ Er rannte wütend zum Palast, spürte alle Söhne von Sahasraarjuna in ihren Verstecken auf und köpfte sie unbarmherzig. Mit dem toten Kopf seines Vaters kehrte er zurück, um die Verbrennung zu vollziehen.

Da Parshuram seiner Mutter geschworen hatte, die Kriegerkaste auszurotten, reiste er quer durch den indischen Subkontinent und tötete sämtliche Männer der Kshatriya-Kaste, egal, ob schuldig oder nicht. Danach zog er sich zurück in eine Höhle im Mehendra-Berg, wie ihm seine Vorfahren empfohlen hatten, um seine Wut zu besänftigen, zu meditieren und Brahma zu verehren.

Wann immer ein unerhörtes Ereignis auf der Erde passiert, kommt er aus seiner Höhle heraus. Sobald das Werk vollendet ist, verfällt er wieder in Trance. Dreimal schon ist er aus seiner Meditation herausgekommen: Einmal im Tretayuga, als Shivas Bogen von Lord Rama zerbrochen wurde. Dann manifestierte er sich im Dvaparayuga als Guru Dronacharya, um die Kauravas und Pandavas zu unterweisen. Zum dritten Mal kam er aus seiner Trance, als er die Kunst der Kriegsführung dem Wohltätigen Karana beibrachte.“ (Quelle: „Ten Prominent Incarnations of Lord Vishnu“- Dreamland Publications, New Delhi:)

Guruji und das Parshuram-Bewusstsein:

Dr. Gertrud Perach fragte einmal Guruji:
„Guruji, zu wieviel Prozent bist Du hier anwesend?“
Guruji antwortete: „Was meinst Du?“
Gertrud: „Zu 20 Prozent?“
Guruji: „Nein, nur zu 5 Prozent“

Der Kalki Avatar. Foto:
Ravi Varma / Wikimedia.org

Gurujis nächste Inkarnation:

Kalki Avatar

„Einst bat der Weise Maitreya den Weisen Prashara: „Großer Weiser, bitte erzähle mir alles über das Kaliyuga!“

Daraufhin antwortete Prashara: „Brahma, der Schöpfer, teilte die Zeit in vier Weltzeitalter und nannte sie Sathyayuga (Goldenes Zeitalter), Tretayuga (Silbernes Zeitalter), Dvaparayuga (Bronzenes Zeitalter) und Kaliyuga (Eisernes Zeitalter). Brahma kreierte das Universum im Sathyayuga und vernichtet es im Kaliyuga. Die gegenwärtige Phase des Kaliyugas unterscheidet sich sehr von den drei anderen Yugas, denn ihr Merkmal ist die Vernichtung.“

Daraufhin fragte der Weise Maitreya mit ehrerbietig gefalteten Händen: „Warum ist dieses Kaliyuga so anders und warum zerstört Brahma seine eigene Schöpfung?“ Der Weise Prashara erklärte es so: „Der Mensch degeneriert im Kaliyuga. Er verliert seinen Glauben in die Veden. Deshalb ist die Zerstörung unvermeidlich.“

Maitreya fragte weiter: „Großer Seher, als die bösen Mächte im Tretrayuga aufkamen, manifestierte sich Lord Vishnu als Lord Rama, um sie auszurotten und den Dharma und die Rechtschaffenheit wieder einzuführen. Ebenso im Dvaparayuga, als Mutter Erde unter der entfesselten Marter des Dämonen Kansa erzitterte, kam Lord Vishnu als Krishna auf die Erde, um ihn zu töten. Wenn Korruption und Verderbtheit im Kaliyuga an der Tagesordnung sind, wer rottet sie dann aus?“ Prashara antwortete ihm: „Wenn in der letzten Phase des Kaliyugas die Erde mit Sünde und Verbrechen überladen ist, werden die Dämonen von Kalki ausgemerzt werden, der 24. Inkarnation von Lord Vishnu.“

Der Begriff „Avatar“ ist sehr alt und heißt übersetzt so viel wie „Göttliche Herabkunft“. „Kalki“ bedeutet „Verschmutzung“. Es ist demnach von einem Gottesboten die Rede, welcher vor allem Hilfe gegen die „Verschmutzung“ bringt. Diese bezieht sich nicht nur auf die sichtbare Welt, sondern auch auf jene des Gemüts.

Im Goldenen Zeitalter wird das Leben wieder im Einklang mit den Schöpfungsgesetzen sein.

Im Mahabharata wird vorhergesagt, dass der Kalki-Avatar als Sohn von einem armen Brahmanen im Dorf Sambhal geboren wird, im Mondmonat Vaishakha (etwa 21. April bis 21. Mai). Er wird von Lord Parshuram, einem ewigen Avatar, unterwiesen werden. Er wird heiraten und zwei Kinder haben.

Kalki, der Herr des Universums, wird als ein mächtiger, junger Mann beschrieben, auf einem weißen Pferd reitend (symbolisch für Reinheit und Macht) und mit einem leuchtenden Schwert in der Hand (symbolisch für den Licht-Willen und als Waffe, mit der er das Dunkel besiegt). Seine Augen leuchten wie Feuer. Er wird gegen das Dunkel kämpfen und die ewige Religion, wie sie in den Veden verankert ist, wiederherstellen.“ (Quelle: „Ten Prominent Incarnations of Lord Vishnu“- Dreamland Publications, New Delhi)

Voraussagen in der Bibel

Die Voraussagen über den Kalki-Avatar sind z. T. tausende Jahre alt. In verschiedenen Puranas, wie dem Vishnu-, Brahmanda- und Kalki-Purana, im Shrimat Bhagavatam wie auch in der Gitagovinda und im Mahabharata finden sich erstaunlich übereinstimmende Aussagen. All dies sind heilige Schriften aus dem alten Indien, welche dort einen ähnlichen Stellenwert besitzen wie bei uns die Bibel.

Verblüffend ist, dass in den Offenbarungen (19.11-21) der Bibel eine sehr ähnliche Voraussage zu finden ist:

„Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, heißt Treu und Wahrhaftigkeit, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit. Seine Augen aber sind eine Feuerflamme […]. Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor.“

Hinweise auf Guruji als Kalki-Avater:

Auf einer Indienreise Anfang 2000 schenkte Guruji Frau Perach zweimal eine Vision vom weißen Pferd des Kalki-Avatars (…zwei von mehreren Visionen, die Guruji Frau Perach gab!).

  1. Sie fuhr mit der Riksha in den Ortskern von Rishikesh. Noch vor der Stadt drehte sie sich wie fremd gesteuert um und sah mitten auf der Straße ein großes weißes Pferd wie ein Denkmal da stehen. In dieser Gegend hatte sie zuvor noch nie ein Pferd gesehen, geschweige denn ein weißes.
    Auf ihre Frage später: „Guruji, war das ein Zeichen, dass Du auch Kalki-Avatar sein wirst?“ lächelte Er nur und sagte: „You know…“
  2. Die zweite Erscheinung ereignete sich bei einem Gruppenausflug mit Guruji nach Badrinath. Auf Serpentinen fuhren sie mit Autos zu einem kleinen Dorf an der Grenze zu Tibet hoch oben im Himalaja. Nach dem Besuch der Tempelanlage wollten Frau Perach und eine andere Person zu Fuß den Rückweg antreten.
    Plötzlich fing es heftig an zu regnen. In kürzester Zeit entwickelten sich wahre Sturzbäche, die den steilen Abhang über die Straße hinab flossen. Vor einer Straßenbiegung hatte sich ein reißender Strom entwickelt, so dass die beiden Frauen sich nicht trauten, ihn zu durchqueren. Plötzlich bog ein weißes Pferd um die Straßenkurve und trabte vorsichtig im Zickzack durch die Strömung auf ihre Seite zu. Dabei schaute es die beiden von Zeit zu Zeit an, als wollte es fragen: „Habt ihr gesehen wo’s lang geht?“ Dann rupfte es am Abhang noch ein paar grüne Blättchen ab, dreht sich herum und ging den gleichen Weg langsam wieder zurück, so dass die beiden Frauen ihm folgen konnten. Auf der anderen Uferseite angekommen, galoppierte es um die Straßenkurve herum.
    Als die Frauen ebenfalls um die Kurve kamen, war kein Pferd mehr zu sehen, obwohl die Sicht zum Dorf weit überschaubar war.

Quelle: Die Auszüge aus: „Ten Prominent Incarnations of Lord Vishnu“- Dreamland Publications, New Delhi, werden ergänzt durch Querverweise zu Guruji, Sri Kanti Parshuram. Übersetzung: E.G.S.-Verein

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