Der Befreiungsweg

Empfehlungen von Sathya Sai Baba für ein spirituelles Leben

Empfehlungen von Sathya Sai Baba für ein spirituelles Leben

Empfehlungen von Sathya Sai Baba für ein spirituelles Leben

Auszug aus dem Buch „Antworten“ (Vahini-Serie) von Sathya Sai Baba

Devotee:  Swami, sag mir, wie wir uns im Allgemeinen verhalten sollten. Welche Qualitäten sollten wir besitzen? Welche Art von Themen sollten wir versuchen zu verstehen? Welche Handlungen sollten wir ausführen, um Deine Göttliche Gnade zu empfangen und Deine Heilige Gegenwart zu erreichen? Nenne mir bitte die wichtigsten davon, die wesentlichen Dinge, die ausgewählten Juwelen.

Swami: Oh! Parvati fragte einst Ishvara: „Es ist schwierig, die 1000 Namen Gottes zu behalten. Es dauert lange, sie zu lernen und zu wiederholen. Nenne mir deshalb bitte einen einzigen Namen, der die Essenz all der tausend ist.“ Ebenso findest vielleicht auch du es schwierig, alles, was ich schreibe und erläutere, zu erfassen und so bittest auch du mich, dir das Allerwichtigste zu nennen, nicht wahr? Aber sieh, Namen haben ihre Essenz; die Themen, nach denen du mich fragst, sind anders. Obwohl ihr Ziel und letztendliches Ergebnis eins sind, kann die Praxis, können die Wege des Tätigseins nicht eins sein. Sie können nicht alle in einem Wort zusammengefasst werden! Dennoch gebe ich dir jetzt einige ausgewählte Juwelen, Handlungsmaximen, die sehr wichtig sind. Sammle sie und bewahre sie gut auf. Mache deine Erfahrungen damit, setze sie in die Praxis um und leite Freude daraus ab.  Trage diese Juwelen und schmücke dich damit.

Devotee: Genau das war mein Wunsch. Welches Glück habe ich!

Swami: Dazu höre aufmerksam zu – ich werde es dir sagen:

Prema, Liebe, sollte als der Lebensatem selbst betrachtet werden.

  1. Glaube, dass die Liebe, die sich in allen Dingen gleichermaßen manifestiert, dass diese prema paramatman, das Höchste Absolute ist.
  2. Der eine paramatman befindet sich in jedem – in der Form von prema.
  3. Vor allen anderen Formen der Liebe sollte das erste Bemühen des Menschen sein, seine Liebe auf den Herrn zu richten.
  4. Solche auf Gott gerichtete Liebe ist bhakti; das ist der grundlegende Test, die Erlangung von bhakti.
  5. Diejenigen, die die Glückseligkeit des atman suchen, sollten nicht den Sinnesfreuden nachlaufen.
  6. Sathya, Wahrheit, muss als lebensspendend wie der Atem selbst behandelt werden.
  7. Ebenso wie der Körper, dem der Atem fehlt, nutzlos ist und innerhalb weniger Minuten zu verwesen und zu stinken beginnt, ebenso ist Leben ohne Wahrheit nutzlos und wird zur stinkenden Wohnstätte von Streit und Kummer.
  8. Glaube daran, dass es nichts Größeres als Wahrheit gibt, nichts Wertvolleres, nichts Süßeres und nichts Dauerhafteres.
  9. Wahrheit ist der alles beschützende Gott. Es gibt keinen mächtigeren Wächter als die Wahrheit.
  10. Der Herr, der sathyasvarupa, das heißt, die Verkörperung der Wahrheit ist, gewährt denjenigen mit wahrheitserfüllter Sprechweise und liebendem Herzen Darshan, seinen Segen.
  11. Seid unvermindert freundlich allen Wesen gegenüber und pflegt den Geist des selbstlosen Opferns.
  12. Ihr müsst auch Sinneskontrolle besitzen, einen untadeligen Charakter haben und frei von Bindungen sein.
  13. Sei immer auf der Hut vor den vier Sünden, die die Zunge zu begehen neigt: 1) die Unwahrheit zu sagen, 2) schlecht über andere zu reden, 3) andere hinter dem Rücken zu verleumden, 4) zuviel zu reden. Es ist das Beste, diese Tendenzen zu kontrollieren.
  14. Versuche, die fünf Sünden, die der Körper begeht, zu vermeiden: Töten, Ehebruch, Diebstahl, das „Zu-sich-Nehmen“ berauschender Getränke und das Essen von Fleisch. Es ist eine große Hilfe für das höchste Leben, wenn auch diese so weit wie möglich fern gehalten werden.
  15. Man sollte immer – ohne einen Augenblick der Achtlosigkeit – gegenüber den acht Sünden, die das Gemüt begeht, wachsam sein: Verlangen, Ärger, Gier, Bindung, Ungeduld, Hass, Egoismus, Stolz. Es ist die erste Pflicht des Menschen, all diese Dinge in sicherer Entfernung von sich zu halten.
  16. Das menschliche Gemüt ist schnell dabei, falsche Handlungen zu begehen. Erinnere dich in dem Moment an den Namen des Herrn oder versuche, die eine oder andere gute Tat zu tun, ohne zuzulassen, dass das Gemüt es so eilig hat. Diejenigen, die sich so verhalten, werden mit Sicherheit der Gnade des Herrn würdig sein.
  17. Gib zuerst die üble Tendenz auf, auf den Besitz anderer neidisch zu sein und den Wunsch, ihnen zu schaden. Sei glücklich, dass andere glücklich sind. Habe Mitgefühl für diejenigen, die in Not sind, und wünsche ihnen Wohlstand. Das ist das Mittel, Liebe zu Gott zu entwickeln.
  18. Geduld ist die ganze Kraft, die der Mensch braucht.
  19. Diejenigen, die bestrebt sind, ein Leben in Freude zu führen, müssen immer Gutes tun.
  20. Es ist leicht, Ärger durch Liebe zu überwinden, Bindung durch logisches Denken, Unwahrheit durch Wahrheit, Schlechtes durch Gutes und Gier durch Wohltätigkeit.
  21. Auf die Worte niederträchtiger Menschen sollte keine Antwort gegeben werden. Halte dich weit von ihnen entfernt; das ist zu deinem Besten. Brich alle Beziehungen mit solchen Menschen ab.
  22. Suche die Gesellschaft guter Menschen, selbst wenn du deine Ehre und dein Leben dafür opfern musst. Aber bleibe dabei, zu Gott zu beten, dich mit der notwendigen Fähigkeit, zwischen guten und schlechten Menschen zu unterscheiden, zu segnen. Außerdem musst du dich mit dem dir gegebenen Intellekt nach Kräften bemühen.
  23. Diejenigen, die Länder erobern und Ruhm in der Welt ernten, werden als Helden bejubelt; daran gibt es keinen Zweifel; aber diejenigen, die die Sinne bezwungen haben, sind Helden, die als die Eroberer des Universalen gefeiert werden müssen.
  24. Welche Taten ein guter oder schlechter Mensch auch immer begehen mag, die Früchte daraus folgen ihm und werden niemals aufhören, ihn zu verfolgen.
  25. Gier bringt nur Kummer mit sich; Zufriedenheit ist das Beste. Es gibt kein größeres Glück als Zufriedenheit.
  26. Die Tendenz, Unheil zu stiften, sollte entfernt und beseitigt werden. Wenn man ihr erlaubt, weiter zu bestehen, wird sie das Leben selbst unterminieren.
  27. Ertrage sowohl Verlust als auch Kummer mit innerer Stärke; versuche und suche danach, Freude und Gewinn zu erreichen.
  28. Wenn Ärger dich überkommt, übe Stillschweigen oder erinnere dich an den Namen des Herrn. Denke nicht an Dinge, die den Ärger noch mehr anfachen werden. Diese werden unberechenbaren Schaden anrichten.
  29. Vermeide von nun an alle schlechten Gewohnheiten. Zögere nicht und schiebe es nicht auf. Sie vermitteln nicht die geringste Freude.
  30. Versuche, soweit es im Rahmen deiner Möglichkeit liegt, die Not der Armen zu lindern, die tatsächlich Gott in seinem Aspekt der Bedürftigkeit sind. Teile mit ihnen, welche Nahrung du auch immer haben magst, und mache sie zumindest für diesen Augenblick glücklich.
  31. Wovon immer du auch meinst, dass es dir nicht von anderen angetan werden sollte, das vermeide, anderen anzutun.
  32. Bereue Fehler und Sünden, die du aufgrund von Unwissenheit begangen hast, aufrichtig; versuche, die Fehler und Sünden nicht zu wiederholen; bete zu Gott, dich mit der Stärke und dem notwendigen Wagemut zu segnen, am rechten Weg festzuhalten.
  33. Erlaube nichts, sich dir zu nähern, was deinen Eifer und deine Begeisterung für Gott zerstören könnte. Mangelnder Eifer wird den Zerfall der Stärke des Menschen mit sich bringen.
  34. Gib nicht der Feigheit nach; gib Glückseligkeit nicht auf.
  35. Lass deine Brust nicht vor Stolz anschwellen, wenn die Leute dich loben; fühle dich nicht niedergeschlagen, wenn die Leute dich tadeln.
  36. Versuche nicht – wenn irgendjemand unter deinen Freunden einen anderen hasst und zu streiten beginnt – sie anzustacheln und ihren Hass aufeinander zu vergrößern; versuche stattdessen, ihre frühere Freundschaft mit Liebe und Mitgefühl wieder herzustellen.
  37. Suche nach deinen eigenen Fehlern, statt nach den Fehlern der anderen zu suchen; entwurzele sie und entledige dich ihrer. Es genügt, wenn du einen Fehler von dir suchst und entdeckst; das ist besser als tausende von Fehlern in anderen zu entdecken.
  38. Selbst wenn du keine gute Handlung tun kannst oder willst, ersinne oder führe keine schlechte Handlung aus.
  39. Was immer die Leute auch über Fehler, von denen du weißt, dass sie nicht in dir stecken, sagen, mach dir nichts daraus. Wohingegen du versuchen solltest, Fehler, die in dir stecken, zu korrigieren, noch bevor andere dich darauf hinweisen. Hege keinen Ärger oder Groll denjenigen gegenüber, die dich auf deine Fehler hinweisen. Begegne dem nicht damit, dass du selbst auf die Fehler der Betreffenden hinweist, sondern zeige ihnen gegenüber deine Dankbarkeit. Zu versuchen, ihre Fehler zu entdecken, ist ein größerer Irrtum deinerseits. Es ist gut für dich, deine Fehler zu kennen, deine Kenntnis der Fehler anderer ist nicht gut.
  40. Wann immer du ein wenig freie Zeit hast, verbringe sie nicht damit, indem du über Hinz und Kunz redest, sondern nütze sie, indem du über Gott meditierst oder Dienst an anderen tust.
  41. Der Herr kann nur von dem Gottergebenen verstanden werden. Der Bhakta wird nur von Gott verstanden. Andere können ihn nicht verstehen. Diskutiere deshalb keine Themen, die sich auf den Herrn beziehen, mit denjenigen, die keine hingebungsvolle Liebe, haben. Als Ergebnis solcher Diskussion wird sich deine Hingabe verringern.
  42. Wenn irgendjemand über irgendein Thema, das er falsch verstanden hat, zu dir spricht, denke nicht an andere falsche Vorstellungen, die diesen Standpunkt unterstützen, sondern greife nur das Gute und die Süße dessen, was er sagt, auf. Die wahre Bedeutung sollte als wünschenswert geschätzt werden, nicht die falsche Bedeutung oder viele Bedeutungen, die überhaupt keinen Sinn ergeben und lediglich ein Hindernis für Glückseligkeit erzeugen.
  43. Wenn du „auf einen Punkt gerichtete“ Aufmerksamkeit entwickeln willst, dann lenke deinen Blick – wenn du dich in der Menge oder im Geschäftsgetümmel befindest – nicht in alle vier Richtungen und auf alles sonst, sondern sieh nur auf die Straße vor dir, um Unfälle zu vermeiden. Auf einen Punkt gerichtete Aufmerksamkeit wird gefestigt, wenn man, ohne die Aufmerksamkeit von der Straße abzulenken, umhergeht, Unfälle vermeidet und seine Augen nicht auf andere Formen richtet.
  44. Gib alle Zweifel in Bezug auf den Guru und Gott auf. Wenn deine weltlichen Wünsche nicht erfüllt werden, laste es nicht deiner Hingabe an. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen solchen Wünschen und Hingabe an Gott.
  45. Verliere nicht den Mut in Bezug auf Gott, wenn deine Meditation oder die Wiederholung des Namens Gottes keine angemessenen Fortschritte machen, oder wenn die Wünsche, die du genährt hast, keine Früchte tragen. Dies wird dich noch mutloser machen und du wirst den Frieden, den du möglicherweise gewonnen hast – wie groß oder klein er auch sein mag – verlieren. Während deiner Meditation solltest du nicht niedergeschlagen, verzweifelt oder mutlos sein. Wenn solche Gefühle entstehen, sieh es als Fehler deiner spirituellen Praxis an und bemühe dich, sie richtig durchzuführen.

Nur dann, wenn du dich in deiner täglichen Lebensführung und bei allen Handlungen in dieser Weise und nach diesen Richtlinien verhältst und handelst, kannst du sehr leicht das Göttliche Prinzip erreichen. Halte deshalb strikt an diesen Maximen fest. Kaue und verdaue diese gesprochenen Süßigkeiten, die anlässlich der Geburtstagsfeier deines Swami verteilt wurden, und sei glücklich. Hast du verstanden?

 

 

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