Der Befreiungsweg

Ein einzigartiges Gurupurnima-Geschenk

Ein einzigartiges Gurupurnima-Geschenk

Ein einzigartiges Gurupurnima-Geschenk

Foto: Gertrud Perach und „Guruji“ Sri Kanti Parshuram an Gurupurnima, von ihren Devotees geschmückt mit gelben Girlanden.

Der Spirituelle Meister vertreibt die Dunkelheit

Gurupurnima heißt wörtlich übersetzt: die Lichtfülle des Lehrers. Die hellste Vollmondnacht des Jahres ist die erste Vollmondnacht im Juli. Das ist der Tag, an dem der Spirituelle Meister, der die Dunkelheit vertreibt, verehrt wird.

Für diejenigen, die versuchen, den Ozean des endlosen Kreislaufs von Geburt und Tod zu überqueren, ist der Guru ein wahres Schiff. Wer ist dann der Guru? Nicht jede Person, die lehrt, nicht jeder Gelehrte, der die Heiligen Schriften kennt, ist ein Guru. Der Guru muss den Weg der göttlichen Gebote gehen, frei sein von jeder Spur von Begierde, Habgier oder Zorn und alle Eigenschaften des rechten Verhaltens besitzen. Nur solch eine Person verdient es, als Guru akzeptiert zu werden. Er sollte die Fähigkeit haben, in dem Schüler die Flamme der Weisheit zu entzünden, die die Dunkelheit seiner Unwissenheit vertreibt. Er muss es vermeiden, ihn durch irgendwelche gedankenlosen Worte in den Kreislauf der weltlichen Existenz hinabzuziehen. Der Guru wird seiner Rolle nur dann gerecht, wenn er dem Schüler das Mantra und dessen Bedeutung mitteilt und ihn in der fundamentalen Wirklichkeit unterrichtet. Der Weise Vyasa brachte der im Dunkeln tappenden und von Gott nichts wissenden Menschheit die strahlende Botschaft des Herrn, die die Nacht der Unwissenheit vertreiben und das Licht der Weisheit im Herzen der Menschen entzünden sowie die Ära des Emporhebens des Menschen durch das ständige Rezitieren des Namens Gottes einleiten konnte. Er ist somit der Guru aller Menschen par excellence.

Außerdem ist heute Purnima, der Vollmondtag. Heute scheint der Mond, der am Firmament des Herzens segelt, in voller Herrlichkeit, unbefleckt von sinnlichen Wünschen und frei von den Markierungen von Impulsen und der Leidenschaft. Der Mond erinnert heute an den allerhöchsten Atman, der unbeschränkt, unbefleckt und makellos ist.

(Der atman = die unsichtbare Grundlage, das wirkliche Selbst, die dem Menschen innewohnende Göttlichkeit, die Seele, welche die Wirklichkeit innerhalb der fünf Schichten (kosha) darstellt, deren äußerste der physische Körper ist, der göttliche Funke im Inneren. Der Atman ist die Wirklichkeit hinter dem Schein und jedem Wesen innewohnend. Er ist unsterblich, er ist der Zeuge, unberührt von allem Wandel in Zeit und Raum).

Aus diesem Grund muss jeder Gottgläubige sich weigern, mit einem Fest und einer flüchtigen Erinnerung an Vyasa zufrieden zu sein; er muss sich bemühen, die Lehren in den Bereich der Erfahrung zu bringen. Er muss den Samen des Namens, den der Guru ihm gegeben hat, in den Grund seines Herzens pflanzen, ihn mit reiner Liebe begießen, den Schössling dann mit unerschütterlichem Glauben umzäunen, mit dem Dünger des Bewusstseins, dass Gott nie vergessen und immer gegenwärtig ist, düngen und von dem ausgewachsenen Baum des Mantras die Frucht der höchsten Glückseligkeit pflücken und ihre Süße kosten. Möge er dabei erfolgreich sein.

Zweifelt nicht, ob es jetzt solche Gurus gibt! Es gibt nur e i n e n Guru und nicht viele. Es mag so scheinen, als gäbe es viele, doch alle empfangen ihre Kraft aus e i n e r Quelle. Wer einen Unterschied macht zwischen „meinem Guru“ und „deinem Guru“ fördert Uneinigkeit. Glückseligkeit liegt in der Förderung von Harmonie und Einigkeit. Uneinigkeit führt zu Unruhe. Der Titel „Schüler des spirituellen Weges“ kann rechtmäßig nur von denjenigen getragen werden, die frei von Parteigeist sind und andere respektieren und tolerieren. Nur diese verdienen die Gnade des Gurus.

Die Gnade des Gurus kann nur durch den Erwerb bestimmter Tugenden gewonnen werden. Man muss sich von Begierden, Zorn und Neid freimachen. Reine Liebe zu allen, voller Glaube an das Mantra, in das der Guru einen einweiht, und das Verlangen, seine Bedeutung vollständig zu erkennen, Beständigkeit in der erforderlichen Disziplin, das Mantra zu haben und selbst in größter Not daran festzuhalten, solche Tugenden müssen gepflegt werden. Es muss zumindest ein ernsthafter Versuch in dieser Richtung gemacht werden. Das ist das Merkmal eines wahren Gottsuchenden.

Deshalb, oh ihr Gottsuchenden, ihr Verkörperungen des Atman, vergeudet nicht die euch zugeteilte Zeit! Opfert sie Gott, der die Verkörperung der Zeit ist. Wisset, dass das Aufwachen aus dem Schlaf nichts anderes ist als eine weitere Geburt und das Einschlafen am Abend nur ein anderer Name für den Tod ist.

(Auszug aus Sai Babas Gurupurnima-Rede am 08. Juli 1969)

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