Der Befreiungsweg

Educare

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Sathya Sai Baba:

Die Erziehungslehre des indischen Weltenlehrers

Im Laufe Seines Lebens und Wirkens hat der indische Weltenlehrer Sathya Sai Baba (1926 – 2011) immer wieder auf die tiefere Bedeutung von EDUCARE, der „wahren Erziehung“ hingewiesen. In zahlreichen Texten und Ausagen erklärt Er, worauf es bei der Erziehung und Bildung des Menschen wirklich ankommt.

„Millionen reden und schreiben. Millionen haben Diplome gemacht und wurden Fachleute und Spezialisten. Das bedeutet nur, dass sie tüchtige Sammler von Informationen oder ganze Lexika des Allgemeinwissens sind! Aber keiner kann sagen, wer er wirklich ist. Die Menschen versuchen, Millionen von Meilen in den Weltraum hineinzufliegen, aber sie vermögen nicht einmal einen halben Zoll (1 ¼ cm) in ihr eigenes inneres Reich zu reisen und zu entdecken, was dort liegt.
Was ist da der Sinn von diesen ganzen Anstrengungen und der ganzen Energie, die für ihre Ausbildung aufgebracht werden müssen? Die wahre Bildung sollte so sein wie im alten Indien, wo Kenntnisse und wissenschaftliche Veranlagung gemeinsam mit Sinnes- und Gemütskontrolle sowie Charakterentwicklung erarbeitet und praktiziert wurden. Das wird für den Einzelnen und die Gesellschaft nützlich sein und zu einer fortschreitenden Entfaltung der Göttlichkeit führen, die in jedem Wesen gegenwärtig ist.“ (Sathya Sai Baba)

Educare: Hervorbringen, was im Inneren ist

Im „Gedanken für den Tag“ vom 31.10.2012 beschreibt Er die beiden Säulen, auf denen diese Erziehung stehen sollte: Auf der einen Seite betont Sai Baba die Bedeutung der Charakterbildung durch die Herausbildung von Tugenden und der Kontrolle der Sinne und des Gemütes. Auf der anderen Seite erwähnt Er den Erwerb von Kenntnissen aus den Bereichen der Wissenschaften.

„Educare“ (lateinisch) bedeutet „erziehen, aufziehen, ernähren“. Neben der grundlegenden Fürsorge für den zu bildenden jungen Menschen in Form von Nahrung zum Erhalt des Körpers bedarf dieser auch gewisser Richtlinien im Hinblick auf eine gelingende Existenz als Mitglied der Familie im engen und der Gemeinschaft aller Wesen des Kosmos im weitesten Sinne.

Den Grundbedürfnissen nach Nahrung für Körper und Herz sollte Rechnung getragen sein, wenn die Erziehung der Jugend auf die zweite Säule gehoben, also auch der Kopf „gefüttert“ werden soll: „Selbst wenn ihr viele Titel erworben habt, könnt ihr nicht wahrhaft gebildet genannt werden, wenn euer Herz nicht rein ist.“ Beide, Herz und Kopf, bedürfen im Sinne von EDUCARE der stetigen Pflege.

Menschliche Werte auf dem Weg zu Gott

Nur nebenbei lenkt Sathya Sai Baba den Blick auf vergängliches Buchwissen, eine auf reine Information abzielende Bildung, die, stünde sie alleine da, uns keinen Schritt voranbringen würde. Sein großes Anliegen ist die Charakterbildung, die Ausprägung eines empfindsamen und reinen Herzens.

„Ihr solltet als Erstes Selbstsucht aufgeben und spirituelle Werte zur Grundlage all eurer Unternehmungen machen“, legt Sathya Sai Baba Seinen Schülern und Studenten nahe. Spirituelles Wachstum entsteht vor allem aus der Herausbildung und Umsetzung der menschlichen Werte Wahrheit (Sathya), Rechtschaffenheit (Dharma), Liebe (Prema), Gewaltlosigkeit (Ahimsa) und Frieden (Shanti), die den Menschen in ein Wesen mit göttlichen Eigenschaften umwandeln.“

Und Er ruft auf:

„Entwickelt Gottvertrauen. Gott ist die Basis, auf der alles beruht.“
„Gott ist Liebe und Liebe ist Gott.“

Gut geleitet durch das Gewissen

Oberste Instanz für ein Leben im Einklang mit den genannten Werten ist die leise Stimme unserer Seele, das Gewissen. Diese Stimme entscheidet sehr klar über „Gut“ und „Böse“. Je reiner unser Herz, desto eher können wir die Führung durch unser Gewissen wahrnehmen und dessen Leitlinien beachten.

Von großer Bedeutung in der Persönlichkeitsentwicklung sind die Vorbilder. Je jünger der Mensch, desto eher lernt er durch Nachahmung. Freudig wird er das von Eltern und Lehrern vorgelebte rechtschaffene Verhalten auf- und übernehmen, und die Liebe zum Vermittler der werteorientierten Erziehung lässt ihn eifrig danach streben, diese auch zur eigenen Richtschnur zu machen und damit dem Gewissen zu gestatten, einzugreifen, wenn der rechte Weg verlassen wird.

Auch über Situationen von Versuch und Irrtum wendet sich die Stimme der Seele an uns. Sie reagiert sehr fein auf jede Art von Zuwiderhandlungen gegen spirituelle Wertevorstellungen, tut sich aber nur kund, wenn der junge Mensch lernen möchte, d.h. wenn er ihr Gehör schenkt. Lässt er sich hineingleiten in eine äußere Welt, in die Welt der Zerstreuung, zieht sich die Stimme des Gewissens zurück, und das vorgegebene Ziel des Lebens, – den Ruf der Seele zu hören und zu sich selbst, zur eigenen Quelle, zu finden – kann nicht erreicht werden .

„Wer die Quelle seines eigenen Wesens erkennt, ist wahrhaft ein Mensch.“

Sinn des Lebens: Wahrhaft Mensch werden

Sinn des menschlichen Lebens ist, herauszufinden, wer wir wirklich sind. Das geschieht, indem wir das Göttliche in uns entdecken und damit zur Quelle unseres gesamten Seins, des Wissens und des Erlernten vordringen. EDUCARE steht nicht nur für „Bildung“ im herkömmlichen Sinn, sondern für eine Transformation des Lernenden hin zu einer Persönlichkeit, die sich ihrer selbst und damit des Göttlichen bewusst ist.

Das kann erreicht werden durch die Entwicklung eines festen Vertrauens auf Gott und durch Hingabe an Ihn, indem man mutig und tapfer die Herausforderungen des Lebens annimmt und Herrschaftüber sich selbst erlangt. Der Status des wahrhaft gebildeten, transformierten Menschen kann also durch die wachsame Kontrolle der Sinne, des Denkens und Fühlens, durch Pflichterfüllung sowie durch stetes Bemühen auf der Suche nach spiritueller Weisheit erreicht werden.

Vorbild für eine menschliche Gesellschaft

Wer die Göttlichkeit in sich selbst entwickelt, das Wissen, wer er wirklich ist, anstrebt und entsprechend dieser Weisheit rechtschaffen handelt, wird zum Vorbild für Andere. Nur ein in dieser Weise gereifter Mensch ist fähig, dem erklärten Ziel von EDUCARE zu dienen:

„Ihr solltet euer Wissen und eure Intelligenz für das Wohlergehen der Gesellschaft einsetzen.“

Eine wahrhaft menschliche Gemeinschaft, deren Mitglieder sich nicht auf den eigenen Gewinn, sondern auf die Entwicklung des Ganzen ausrichten, ist die erstrebenswerte Form des Zusammenlebens der Menschen. Nur so kann auch die Transformation der gesamten Gesellschaft gelingen.

Quellen:

  • Sathya Sai Vereinigung e.V. Dietzenbach, Ansprache Sathya Sai Babas am 14.1.2006 anlässlich des Erntedankfestes Makar Sankranti
  • www.radiosai.org, Thought for the Day, 31.10.2012
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