Der Befreiungsweg

Die Seele und ihre Umhüllungen

Die Seele und ihre Umhüllungen

Die Seele und ihre Umhüllungen

Foto: Shiva-Lingam, die formlose Form von Gott

Worte von Gott: Sai Babas göttliche Rede zu Shivarathri am 23.02.2009

Der Name und die Form, die Gott zugeschrieben werden, sind bloße Vorstellungen, sie sind nicht real. Gott erfährt keine Veränderung. Gott hat weder Anfang noch Ende, er existiert ewig. Er ist uralt, ohne Anfang, Mitte oder Ende. Er existiert dauerhaft in der Form des Atma. Einer solchen Verkörperung des Atma einen Namen und eine Form zuzuschreiben ist bloße menschliche Vorstellung und Illusion.

Dennoch kommt derselbe formlose Gott in einer Gestalt, um Seine Devotees zu erfreuen. Wenn die Devotees Ihn im Gebet bitten, in der Gestalt von Krishna zu kommen, erscheint Er als Krishna. Als Antwort auf die Gebete von Devotees erscheint Gott auch als Rama. In Wirklichkeit existieren weder Rama noch Krishna, vielmehr nimmt Gott diese Formen an, um Seine Devotees zufriedenzustellen. So kommt Gott in einer Gestalt, nur um Seine Devotees zu erfreuen; in Wirklichkeit ist er formlos.

Gott ist eigenschaftslos. Für Gott, der eigenschaftslos ist, stellen wir uns eine Form und gewisse Eigenschaften vor, um uns zufriedenzustellen. Welche Form es auch sein mag, sie ist zeitlich begrenzt. Nur der Atma ist ewig und real. Ihr seid es, die diesem Prinzip des Atma verschiedene Formen geben und sich damit selber täuschen.

Wenn Gott jedoch in einer Gestalt kommt, ist es klar, dass ihr euch nach ihr sehnt, sie verehrt und über diese Form kontempliert. Solange ihr die Form seht, seid ihr glückselig. Wie wollt ihr dieses Glück erfahren, wenn die Gestalt nicht mehr da ist? Die Glückseligkeit kam aus eurer eigenen Vorstellung. Der Körper bleibt für eine gewisse Zeitspanne, später verändert er laufend die Form.

Hier seht ihr diesen Körper. Im Verlauf der Zeit verändert sich dieser Körper. Nach einiger Zeit könnt ihr diesen Körper vielleicht nicht mehr sehen. Es entspricht nicht eurer wahren Natur, traurig zu sein, wenn ihr diesen Körper vermisst. Wenn die Göttlichkeit ihre wahre Natur wieder annimmt, solltet ihr glücklich, und nicht traurig sein.

Der Körper ist also immer vorübergehend und nicht real. Der Körper wird zwangsläufig irgendwann vergehen, aber der Bewohner besteht ewig und kennt keinerlei Fesseln. Betrachtet den Körper deshalb niemals als dauerhaft. Je nach Zeit und Umständen könnt ihr den Körper beobachten. Dann kommen Zeiten, in denen ihr die Gestalt weder seht noch die Erfahrung machen könnt.

Wenn man den Körper irrtümlich für dauerhaft hält, ist es unmöglich Krishna zu sehen, der vor langer Zeit im Bronzenen Zeitalter geboren wurde. Als Er noch im Körper war, bewegte sich Krishna in Dwaraka umher und machte alle glücklich.

Jede elektrische Glühbirne hat eine Kraft in sich. Diese Kraft in der Glühbirne besteht für eine gewisse Zeit. Alle Avatare sind wie Glühbirnen. Sobald die Kraft entzogen wird, seht ihr die Glühbirne nicht mehr. Während vieler Jahrhunderte hat die Menschheit viele Avatare erlebt.

Ihr betet den einen oder anderen Avatar an, verehrt Ihn und habt eine Verbindung mit Ihm.

Aber ihr erwartet nicht, dass diese Form dauerhaft bei euch bleibt. Vor einigen Jahren ward ihr ein Junge, jetzt seid ihr College-Student, auch euer Status als Student wird sich zwangsläufig bald ändern. Nach der Hochzeit bekommt ihr einen Sohn. Ebenso bleiben alle Avatare, solange sie es wollen.

Vergesst diese drei Dinge nicht:

Das erste ist „Konzentration“, das zweite ist „Kontemplation“, und das dritte ist „Meditation“. Konzentration findet im Augenblick statt. Da ihr Meine Gestalt beobachtet, ist es Konzentration. Wenn sich die Form kurzzeitig wegbewegt, ist es Kontemplation. Später bleibt der Eindruck für immer. Wenn sich die Form dauerhaft eingeprägt hat, ist es Meditation. Dieser meditative Zustand ist also ein ewiger Zustand. Ihr beschränkt euch selbst auf Konzentration und Kontemplation. Beides ist nicht dauerhaft. Am Anfang solltet ihr den Fokus auf Konzentration legen. Allmählich verschiebt ihr ihn hin zu Kontemplation. Irgendwann solltet ihr den Zustand nicht-umherschweifender Gedanken erreichen. Der Eindruck der Form sollte zu keinem Zeitpunkt verblassen. Die Gestalt sollte da sein, ob ihr die Augen offen oder geschlossen habt. Wahre Meditation ist es, wenn ihr die Gestalt jederzeit visualisieren könnt.

Da die Heiligen in der Vergangenheit mit strenger Disziplin und mit Hingabe meditierten, erschien Gott vor ihnen und erfüllte all ihre Wünsche. Wir müssen also die unveränderliche und dauerhafte Form in unserem Herzen tragen. Welche Form es auch sein mag, denkt nicht, dass Rama, Krishna oder Sai Baba von einander verschieden sind. All diese Formen verändern sich dauernd.

Bloß weil ihr die Augen geschlossen haltet, könnt ihr nicht behaupten zu meditieren. Dies kann niemals Meditation sein. Ihr meint vielleicht, es sei Meditation, aber das spricht nur für ein schwankendes Gemüt. Wenn das Gemüt beständig ist, könnt ihr behaupten, es sei Meditation. Wenn es unstet ist, könnt ihr das nicht Meditation nennen, stattdessen könnt ihr es dann Kontemplation nennen.

Spiritualität hat einen sehr hohen Rang.

Die Aussage „mein Körper, mein Haus usw.“ ist weltlich, das „mein“ bedeutet, dass der Körper getrennt von mir ist. Wenn ihr sagt: „mein Becher“, seid ihr von dem Becher getrennt. Ebenso verhält es sich, wenn ihr sagt: „mein Körper, mein Gemüt, mein Intellekt, meine inneren Sinne“. Vergesst nicht, dass sie alle von euch getrennt sind. Ihr seid das wahre „Ich“, das von allem getrennt ist.

Wenn ihr euer wahres Wesen kennen lernen wollt, solltet ihr das Prinzip des Atma verstehen. Nur in den Upanishaden könnt ihr mehr über das Bewusstsein erfahren, aber nicht in den Epen wie der Bhagavad Gita, dem Bhagavatam oder dem Ramayana. Die Bhagavad Gita spricht von der Göttlichkeit, aber sie zeigt die Göttlichkeit nicht. Die Bhagavad Gita sagt: Wann immer der Dharma (Rechtschaffenheit) abnimmt, inkarniert Gott, um den Dharma wieder aufzurichten. Ebenso fordert auch der Vedanta euch nur auf, über Gott zu kontemplieren, aber er sagt nicht, ihr solltet Gott in eurem Herzen einen Platz geben.

Der Körper ist wie ein Gefäß. Dieses Gefäß (der Körper) beinhaltet das Gemüt, den Intellekt, das Bewusstsein, die Sinne – Antakarana. Der Körper stirbt genau in dem Augenblick, in dem diese Eigenschaften aus ihm verschwinden. Wir brauchen dieses Gefäß (den Körper), solange diese Dinge in ihm vorhanden sind. Indem wir bloß das Gemüt zurückziehen, können wir den Körper nicht aufgeben. Nein, nein, der Intellekt besteht weiter. Solange der Intellekt dort vorhanden ist, existieren die inneren Sinne. Wenn die inneren Sinne (Antakarana) verschwunden sind, ist der Körper frei von Geburt und Tod.

Aufgrund unserer nach außen gerichteten Natur haben wir all die Schwächen wie Zorn, sinnliche Begierden, Eifersucht usw. Ihr werdet nur dann Frieden erfahren, wenn ihr diese Eigenschaften aufgebt. Mit diesen schlechten Eigenschaften könnt ihr niemals friedvoll sein.

Wenn ihr göttliche Liebe in euch habt, könnt ihr niemanden hassen. Wenn ihr jemanden hasst – und das bedeutet, dass ihr keine Liebe in euch habt – solltet ihr auch dann, wenn euch jemand kritisiert, nicht zornig werden. Wenn ihr keine Liebe in euch habt, stellt sich Feindseligkeit ein. Wenn ihr zornig seid, kümmert euch nichts und niemand. Wenn ihr euch um niemanden kümmert, bedeutet das, dass ihr keine Liebe in euch habt. Wer Liebe in sich hat, wird niemals zornig.

Es gibt viele Menschen, die Mich beschuldigen, es gibt viele, die Mich kritisieren, andere lachen über Mich. Aber Ich kümmere Mich nicht darum, Ich bin immer glückselig. Das ist wahre Liebe. Wir sollten immer „alle lieben und allen dienen“. Wir sollten Liebe und Dienst aufrechterhalten. Um Liebe zu erfahren, solltet ihr Sathya (Wahrheit) und Dharma (Rechtschaffenheit) willkommen heißen. Sagt mit einem Herzen voller Liebe:

RAMA, RAMA, RAMA

Durch das Rezitieren des Namens von Gott Rama werden eure Sünden und eure Sorgen beseitigt. Das einzige Boot, das euch über den Ozean des Lebens bringen kann, ist der Name von Rama. Durch das Singen des göttlichen Namens von Rama fühlt man ewigen Frieden und Glückseligkeit. Die einzige Hilfe für diejenigen, die keine Unterstützung haben, ist der Name von Rama.

RAMA, RAMA, RAMA
SRI RAMA RAM

Habt den göttlichen Namen in eurem Herzen und kontempliert weiter über Ihn. Nicht Kontemplation, sondern Meditation. Ihr solltet mit Liebe meditieren. Meditation ohne Liebe ist sinnlos. Liebe erblüht, wenn Sathya (Wahrheit) und Dharma (Rechtschaffenheit) vereint sind. Nur dann könnt ihr göttliche Liebe erfahren. Ansonsten erfahrt ihr vorübergehende Liebe. Tag und Nacht, Nacht und Tag. Liebe sollte sich nicht verändern. Aufgrund schlechter Gedanken im Gemüt entwickelt ihr Hass. Diese Gedanken entstehen aus dem Gemüt. Spiritualität kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden.

Zu viel zu reden ist sehr schlecht. Wer nur mit der äußeren Welt Verbindung hat, wird zu viel reden. Deshalb solltet ihr nicht so viel reden. Deshalb sollten wir immer schweigsam sein. Wir sollten ruhig bleiben. Haltet euer Reden kurz. Wenn ihr zu viel redet, nennt man euch vielleicht eine Quasselstrippe. Vermeidet übermäßiges Reden; es ist absolut nicht gut. Wenig zu reden ist auch für die jungen Leute sehr wichtig. In diesem Alter solltet ihr euch auf die Schule, bzw. das Studium konzentrieren. Es geht nicht darum, nur einfach Bücher zu studieren, studiert euer Gemüt! Beschäftigt euch mit den Lehrbüchern, solange ihr in der Klasse sitzt.

Seid ihr alle glücklich?

Seid immer glücklich, glücklich, glücklich.

 

 

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