Der Befreiungsweg

Vegetarische Ernährung ist Voraussetzung

Jesus-Herz-Licht – Darstellung aus einer Aramäischen Kirche in Jerusalem von einem unbekannten Künstler | Foto: sedmak / istock

Gewaltfreie Ernährung: „Du sollst nicht töten!“

Jesus lehrte Vegetarismus im Essener-Evangelium

Der Jesus-Fisch

Das aramäische Wort „Fisch“: Ein Synonym für „Nahrung“ wie das deutsche Wort „Brot“ | Foto: Christina Maderthoner / pixelio.de

In der Bibel steht, dass Jesus „Fisch“ vermehrte, um die Menschen, die zu ihm kamen, zu speisen. Daraus wird abgeleitet, dass Jesus Fisch und Fleisch gegessen hat. Jesus sprach aramäisch, eine sehr poetische Sprache, die nicht in Begriffen, sondern „in Bildern spricht“. Viele Wörter haben mehrere Bedeutungen und bedeuten je nach Kontext etwas anderes. Das Wort „Fisch“ war zur damaligen Zeit nicht nur die Bezeichnung für das im Wasser lebende Tier, sondern auch ein Synonym für „Nahrung“, so wie „Brot“ für uns heute. Bei der Übersetzung ins Griechische ging diese allgemeine Bedeutung verloren.

In den Essener-Evangelien wird im Gegensatz dazu berichtet, dass Jesus seinen Jüngern die gewaltfreie Ernährung gelehrt hat: den Vegetarismus. 

Auszug aus den Essener-Evangelien:

Fleischessen – eine vermeidbare Sünde

Aber sie (die Jünger) antworteten ihm: ,,Wohin sollen wir gehen, Herr, denn mit Dir sind die Worte des ewigen Lebens. Sage uns, welches sind die Sünden, die wir meiden müssen, damit wir niemals mehr Krankheit sehen mögen?“

Jesus antwortete: „Es geschehe nach eurem Glauben“, und er setzte sich in die Mitte und sprach:

Es ward den Alten gesagt: Ehre deinen himmlischen Vater und deine irdische Mutter, und erfülle ihre Gebote, damit du lange lebest auf Erden“. Und danach wurde ihnen dieses Gebot gegeben: „Du sollst nicht töten“, denn das Leben ist allen von Gott gegeben, und was Gott gegeben hat, soll der Mensch nicht wegnehmen, denn ich sage euch wahrlich, von einer Mutter stammt alles, was auf der Erde lebt. Wer also tötet, der tötet seinen Bruder. Und von ihm wird die irdische Mutter* sich abwenden und ihre erquickenden Brüste von ihm wegnehmen. Und er wird von ihren Engeln gemieden werden, und Satan wird in seinem Körper Wohnung nehmen. Und das Fleisch der geschlachteten Tiere in seinem Körper wird zu seinem eigenen Grab.

Denn, wahrlich, ich sage euch, der, welcher tötet, der tötet sich selbst und wer das Fleisch der geschlachteten Tiere isst, der isst vom Körper des Todes. […] Und ihr Tod wird zu seinem Tode. […] Denn der Sünde Sold, ist der Tod. Tötet nicht, noch esst das Fleisch eurer unschuldigen Beute, damit ihr nicht Sklaven des Satans werdet. Denn das ist der Pfad des Leidens, und er führt zum Tod. Aber tut den Willen Gottes, damit Seine Engel euch dienen mögen auf dem Weg des Lebens.

Befolgt daher die Worte Gottes: ,,Seht, ich habe euch gegeben jegliches Kraut, welches Samen trägt, das sich überall auf der Erde befindet, und jeden Baum, in dessen Frucht der Same eines Baumes steckt. Dies soll zu eurer Speise sein; und auch jedem Tier auf der Erde und allen Vögeln in der Luft und allem, was da kriecht auf der Erde, worin der Atem des Lebens ist, gebe ich jegliches grüne Kraut zur Speise. Auch die Milch von allem Getier, das sich bewegt und lebt auf der Erde, soll für euch Speise sein. Ebenso wie ich das grüne Kraut ihnen gegeben habe, so gebe ich euch ihre Milch. Aber Fleisch und Blut, welches ihnen Leben gibt, sollt ihr nicht essen! […]. (XXII)

Lebendige Speisen:

Die Tafel Gottes

Dann sagte ein anderer (Jünger): ,,Moses, der Größte in Israel erlaubte unseren Vorvätern, das Fleisch von reinen Tieren zu essen, und verbot das Fleisch von unreinen Tieren. Warum verbietest du uns das Fleisch aller Tiere? Welches Gesetz kommt von Gott, das von Moses oder das Deine?“ (XXIII)

… Und Jesus fuhr fort: ,,Gott gebot euren Vorvätern: Ihr sollt nicht töten“. Aber ihre Herzen waren verstockt, und sie töteten. Dann wünschte Moses, dass sie zumindest keine Menschen töten sollten, und er erlaubte ihnen, Tiere zu töten. Und dann wurde das Herz eurer Vorväter noch verstockter, und sie töteten Menschen und Tiere gleichermaßen.

Aber ich sage euch, ,,Tötet weder Mensch noch Tier, noch was ihr sonst zur Nahrung nehmt“. Denn wenn ihr lebendige Speise nehmt, wird sie euch erquicken; wenn ihr aber eine Speise tötet, wird die tote Speise auch euch töten. Denn Leben kommt nur von Leben und vom Tod kommt immer nur der Tod. Denn alles, was eure Speise tötet, das tötet auch euren Körper. Und alles, was euren Körper tötet, das tötet auch eure Seele. Und euer Körper wird so, wie eure Speise ist, genau wie euer Geist wird, wie eure Gedanken sind “ (XXIV)

So esset immer von der Tafel Gottes: Die Früchte der Bäume, das Korn und die Gräser des Feldes, die Milch der Tiere und den Honig der Bienen. Denn alles darüber hinaus ist Satan und führt auf dem Weg der Sünde und Krankheiten zum Tode. Aber die Speise, die ihr von der überreichen Tafel Gottes nehmt, gibt eurem Körper Kraft und Jugend, und ihr werdet niemals Krankheiten sehen….“

(Auszüge aus: Das Friedens-Evangelium der Essener, Schriften der Essener Bd. 1, Hrsg.: Dr. Edmond Bordeaux Székely, Mandala Media, Rheinfelden (CH) 1996)

*Hintergrund: Die irdische Mutter

steht für die nährende, erhaltende und stützende Kraft des immerwährenden Klangstroms, so wie die Veden den Begriff prathivi (Erde) in demselben Zusammenhang verwenden. Auch die Bibel enthält mehrfach diese Bedeutungsvariante, so etwa im Gebrauch des Begriffs „Erdbeben“. In Könige 19,11-13 gehört der mächtige Klang des Erdbebens zu den Klang-Offenbarungen, denen höhere Offenbarungen folgen; bei Jesaja 29,6 erscheint Gott dem Propheten in der Offenbarung von Klängen des Donners und des Erdbebens und im Licht des Feuers. Im Zusammenhang dieser Stelle wird gesagt, dass, wer tötet, von den ,,Engeln“ (Offenbarungen) des göttlichen Wortes gemieden wird, wodurch ,,Satan“ (schlechte Eigenschaften) in ihm Fuß fassen kann.

 

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